Der Postillon: Ehrliche Nachrichten – unabhängig, schnell, seit 1845“

0

„Der Postillon“ von Stefan Sichermann überzeugt Leser, die sich an humoristischen Beiträgen erfreuen und Lust haben, der Welt der „realen“ Medien ein Stück weit zu entfliehen, mit subtiler Satire. Das Taschenbuch ist im Jahr 2012 im Riva Verlag erschienen. Wer nach ernsthaften Meldungen oder historischen Fakten sucht, wird im „Postillon“ gleichwohl nicht fündig.

Was „Der Postillon“ ist

Das Taschenbuch „Der Postillon“ enthält auf 192 Seiten eine Sammlung beliebter Artikel des gleichnamigen Blogs, der seit 2008 von Stefan Sichermann betrieben wird. Sämtliche Beiträge in Form von Zeitungsartikeln und Newstickern sind frei erfunden, die Charaktere fiktional. Hintergrund der fiktiven, satirischen Nachrichten sind häufig reelle, von den Medien wiedergegeben Meldungen.

Über den Blog

Der Blog „Der Postillon: Ehrliche Nachrichten – unabhängig, schnell, seit 1845“ wird von Stefan Sichermann, dem Autor der gleichnamigen Printausgabe, betrieben. Er vereint in einer Person Herausgeber, (Chef-) Redakteur, Administrator usw. An den Start ging der Blog am 28.10.2008. Nach eigenen Angaben jedoch geht die Geschichte des Postillons auf das Jahr 1845 zurück, als Postillonen, Gespannführer von Pferdefuhrwerken wie zum Beispiel Postkutschen, Nachrichten verbreiteten. Die von Sichermann betriebene Seite erfreut sich großen Erfolges, wobei die ein oder andere Meldung auch schon eine Welle von Kritik nach sich zog. So zum Beispiel der Bericht über eine angebliche Linienübertretung des Extremsportlers Felix Baumgartner bei seinem Stratosphärensprung. Im Jahr 2010 gewann der Blog die vom Rundfunksender Deutsche Welle vergebene Auszeichnung „The BOBs“ als bester deutscher Weblog. 2013 folgte der Grimme Award als Publikumspreis und in der Kategorie „Information“.

Mehr zum Autor

Stefan Sichermann ist Geisteswissenschaftler. Er studierte nach Angaben der „Medienwoche“ alte und mittlere Geschichte sowie englische Sprachwissenschaft. Bis zum Jahr 2011 war er bei einer Werbeagentur tätig. Seitdem arbeitet er selbstständig als Journalist und Betreiber des „Postillons“. Dieser finanziert sich über Werbeeinnahmen, Spenden und den Social-Payment-Service Flattr. Die Gründungsidee geht auf die Seite „The Onion“ zurück, eine englische Satirezeitschrift.

„Der Postillon“ spaltet

Wie sich in den Kommentaren des Weblogs zeigt, ist nicht jedem Leser sofort klar, dass es sich bei den Artikeln im „Postillon“ um reine Fiktion handelt. Das Buch dürfte die Leserschaft ebenso spalten, wie der Blog. Während die einen herzhaft über die Artikel lachen und sich an der „Verzerrung“ der dahinter stehenden Meldungen zerreißen, können andere mit dieser Art von Humor wenig anfangen. Selbst regelmäßige „Postillon“-Leser geraten bei manchen Beiträgen an ihre Grenzen. Wer schwarzen Humor mag, wird an dem Buch gleichwohl seine Freude haben.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*